Kinder im Netz

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"Hallo Lilipuz,
ich soll Dir wohl eine e-mail schicken
damit kannst Du Dich nicht erquicken,
doch kannst Du trotzdem fröhlich sein,
denn ich bin klein und nicht allein.
Deine Henricke"

(aus der elektronischen Hörerpost von Lilipuz)

Die Lilipuz-Homepage bietet Kindern kaum Möglichkeiten, sich mit ihren Ideen und Meinungen in das Kinderhörfunk-Programm des WDR einzubringen und damit gegebenenfalls redaktionelle Entscheidungen zu beeinflussen. Einzige Ausnahme: der Online-Abstimmzettel für die Hitparade. Völlig fehlen Foren, die Kindern erlauben würden, Kommentare abzugeben, so daß sie auch für andere Kinder sichtbar wären. (411) Per elektronischer Post hingegen können sich sowohl Lilipuz-Hörerinnen und Hörer als auch Eltern und Lehrer auf denkbar unkomplizierte Art und Weise an die Redaktion wenden und ihre Meinungen kundtun - völlig unabhängig vom World Wide Web. Die E-Mail ist einer der populärsten Internet-Dienste und erreicht per se einen sehr hohen Interaktionslevel. Im Fachjargon ausgedrückt: Während die Lilipuz-Homepage fast ausschließlich den Pull-Kanal besetzt (Kinder und Erwachsene rufen Inhalte ab), eröffnet die E-Mail einen Push-Kanal (Kinder und Erwachsene bringen eigene Inhalte ein).

Im vorangegangenen Kapitel habe ich untersucht, welche Typen von Programminformationen sich Kinder und Erwachsene via Pull-Kanal einholen. In diesem Abschnitt meiner Arbeit geht es mir nun um die Frage, ob das Lilipuz-Publikum auch den Push-Kanal nutzt, um mit der Redaktion zu interagieren, und welcher Natur diese Interaktion ist. Um dieser Frage nachzugehen, habe ich die elektronischen Briefe ausgewertet, die Kinder und Erwachsene von Ende Dezember 1996 bis Mitte Juli 1998 an die Redaktion geschickt haben.

Diese Inhaltsanalyse kann auch bei der Beurteilung helfen, ob interaktive Elemente wie Chats und WWW-Foren oder -Gästebücher die Online-Aktivitäten der Lilipuz-Redaktion gewinnbringend ergänzen könnten und sollten - gewinnbringend insofern, als daß sie der Redaktion erlauben würden, aus Rückmeldungen von Kindern Konsequenzen zu ziehen für die Programmgestaltung.

Die Analyse der E-Mails orientiert sich an folgenden forschungsleitenden Fragekomplexen: Eine Anmerkung zu der letzten Frage: Die Absender der E-Mails müssen nicht zwangsläufig auch die Seite im World Wide Web kennen. Denn die elektronische Adresse der Redaktion wird regelmäßig in der Sendung erwähnt und darüber hinaus in der vierteljährlich erscheinenden Programmbroschüre abgedruckt. (412)



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zurück (411) Vgl. Kapitel 3.3.3.1.

 

zurück (412) Vgl. Kapitel 3.3.4.

© Tobias Gehle, 1998

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